Alle Jahre wieder – Gefühle und dieser leise innere Ausnahmezustand
Warum Trauer, Sehnsucht und innere Unruhe an den Feiertagen und zum Jahreswechsel ganz normal sind und was sie dir sagen wollen
Es gibt Zeiten im Jahr, in denen Gefühle nicht mehr warten, bis wir Zeit für sie haben.
Sie drängen sich nicht auf, sie schreien nicht, aber sie werden spürbarer.
Sie sind da, ob wir wollen oder nicht …
Weihnachten und das Jahresende ist genau so eine Zeit.
Vielleicht erlebst du es gerade selbst oder hast es erlebt, wenn du den Artikel später liest.
Im Außen scheint alles vorbereitet für Ruhe, Nähe und Besinnlichkeit. Lichterketten leuchten, Gespräche drehen sich um Geschenke, um Pläne, um gemeinsame Tage.
Und gleichzeitig meldet sich in dir etwas, das nicht so recht in dieses Bild passen will.
Eine leise Traurigkeit, für die es keinen klaren Anlass geben muss.
Eine innere Unruhe, obwohl objektiv doch vieles gut ist.
Oder dieses diffuse Gefühl, dass etwas in dir Aufmerksamkeit braucht … jetzt, ausgerechnet jetzt.
Viele Menschen beschreiben mir genau das:
„Ich dachte, ich freue mich auf Weihnachten – und stattdessen fühle ich mich emotional erschöpft.“
„Ich kann gar nicht sagen, was los ist, aber irgendetwas stimmt nicht.“
Wenn du dich darin wiedererkennst, dann bist du nicht allein. Und vor allem: Mit dir ist nichts falsch.
Du hörst lieber?
Dann kannst Du hier in die dazugehörige Podcastfolge (ca. 16 Minuten) springen.
Hier geht es zu meinem Podcast
Weihnachten ist kein Ruhepol, es ist ein emotionaler Verstärker
In meiner Arbeit mit Emotionen – und auch ganz persönlich – erlebe ich es jedes Jahr aufs Neue: Rund um die Weihnachtszeit ist weniger eine Zeit der Beruhigung, als vielmehr ein emotionales Vergrößerungsglas.
Alles, was im Laufe des Jahres weniger Raum hatte, meldet sich jetzt.
Nicht, um uns zu überfordern.
Sondern weil es endlich still genug ist, um gehört zu werden.
Gefühle, die im Alltag gut funktioniert haben, tauchen plötzlich auf. Nicht laut, eher unterschwellig, nicht erklärbar.
Und genau das kann irritieren, weil wir Weihnachten oft mit einem ganz bestimmten inneren Bild verbinden: Harmonie, Nähe und Dankbarkeit.
Doch Emotionen halten sich nicht an Erwartungen.
Sie folgen ihrem eigenen Rhythmus.
In meiner aktuellen Weihnachtsfolge des Podcasts „Die Emotionslot(z)sin – Emotionen in Balance mit Tina Lotz“ spreche ich genau darüber: warum Weihnachten Gefühle verstärkt und wie du damit umgehen kannst, damit du diese Zeit trotzdem entspannt erleben
🎧 Wenn du magst, begleite ich dich dort noch tiefer durch diese Zeit.
Die Traurigkeit, die keinen Namen hat
Trauer an Weihnachten ist oft nicht das, was wir erwarten.
Sie kommt nicht immer mit einem klaren Verlust.
Manchmal kommt sie einfach als Gefühl.
Als Wehmut.
Als Schwere in der Brust.
Als Gedanke, der leise sagt: „So habe ich mir das nicht vorgestellt.“
Viele Menschen versuchen, diese Traurigkeit sofort einzuordnen oder wegzuschieben. Schließlich ist doch Weihnachten. Da „sollte“ man dankbar sein, froh und verbunden.
Aber Gefühle kennen kein „sollte“.
Manchmal trauern wir um Erwartungen.
Um Beziehungen, die sich verändert haben, oder Menschen die fehlen.
Um ein Jahr, das anders gelaufen ist als gedacht.
Oder um einen Teil von uns selbst, der zu kurz gekommen ist.
Diese Traurigkeit ist nicht steuerbar, sie zeigt dir, dass ein Bedürfnis nicht erfüllt ist, ein Hinweis darauf, was dir wichtig ist.
Und sie darf auch an Weihnachten da sein.
Die stille Wut, die sich erst jetzt zeigt
Neben der Traurigkeit gibt es oft noch ein anderes Gefühl, das sich leise bemerkbar macht: Wut.
Nicht die laute, die zu explodieren droht, sondern die müde, zurückgezogene.
Die denkt:
– Warum war dieses Jahr so anstrengend?
– Warum musste ich so oft stark sein?
– Warum war so wenig Raum für mich?
Diese stille Wut taucht häufig genau dann auf, wenn wir zur Ruhe kommen. Wenn Termine wegfallen und Ablenkung leiser wird.
Wenn wir nicht mehr funktionieren müssen.
Sie richtet sich selten gegen andere. Ok manchmal vielleicht doch… aber oft richtet sie sich gegen ein Jahr voller Durchhalten, Anpassen und Weitermachen.
Auch diese innere brodelnde Wut ist ein Zeichen dafür, dass Grenzen lange überschritten wurden.
Das Bedürfnis
Die Sehnsucht als innerer Kompass
Und dann gibt es da noch dieses feine Gefühl, das viele an Weihnachten spüren, ohne es genau benennen zu können: Sehnsucht.
Ein Gefühl von da müsste doch noch mehr gehen, unerfüllte Wünsche und Ziele … oder einfach ein dumpfes Gefühl von „es fehlt etwas“.
– Vielleicht mehr Nähe.
– Mehr Zeit für dich.
– Leichtigkeit und Freude im Leben oder im Business.
– Das Gefühl, dich einfach mal anlehnen zu dürfen.
Sehnsucht wird oft missverstanden. Als Mangel an etwas, oder Unzufriedenheit.
Dabei ist sie einer der ehrlichsten inneren Wegweiser, die wir haben.
Sehnsucht zeigt nicht, was falsch ist, sondern wohin dein innerer Kompass zeigt.
Gerade am Ende des Jahres, zu Weihnachten wird sie spürbar, weil der Kontrast so groß ist: Außen die Bilder von Harmonie, innen das Bauchgefühl, dass etwas anderes genährt werden möchte.
Emotionen wollen nicht weggeschoben werden, sie wollen Raum
In meiner Arbeit sage ich immer wieder:
Gefühle verschwinden nicht dadurch, dass wir sie ignorieren.
Sie werden nur kurzfristig leiser, um „Anlauf zu nehmen“ und dann lauter und unangenehmer zu werden.
Das Ende des Jahres ist eine Einladung.
Nicht, um alles zu klären oder zu lösen.
Sondern kurz stehenzubleiben, innezuhalten und zu spüren, was die Emotionen für eine Botschaft in sich tragen.
Genau deshalb habe ich in der dazugehörigen Folge meines Podcasts auch eine sanfte Jahresreflexion integriert.
Ohne Druck. Ohne To-do-Liste. Ohne Selbstoptimierung.
Hier teile ich die Fragen mit dir … als Einladung, nicht als Aufgabe.
Nimm dir gerne ein paar Minuten Zeit und tauche in die folgenden Fragen mit ein:
Was hat dich in diesem Jahr wirklich berührt?
Nicht, was du geschafft hast.
Nicht, was gut aussah.
Was hat dich innerlich bewegt?
Was war für dich wertvoll und hilfreich?
Was hat dir gezeigt, dass du lebst?
Vielleicht war es ein Moment von Mut.
Eine Begegnung.
Oder eine Erkenntnis, die dich innerlich entspannen ließ.
Spür nicht nach Antworten … spür nach Resonanz.
Was löst noch Unstimmigkeiten in dir aus?
Und nein: „Das hätte ich doch längst loslassen müssen“ zählt nicht.
Gefühle haben ihren eigenen Takt.
Manches kommt in Wellen, manches braucht mehrere Schleifen.
Was war schwer in diesem Jahr?
Was hast du zu schnell beiseitegeschoben, weil gerade keine Kapazität da war?
Allein das Wahrnehmen und Anerkennen wirkt oft schon regulierend.
Welche Sehnsucht klopft leise an?
Wenn du niemandem etwas beweisen müsstest, wenn du nichts leisten müsstest.
Was würde sich dein Herz wünschen?
Was wäre das, was deine Sehnsucht stillen kann.
Du lässt dich lieber durchführen und tauchst lieber hörend ein?
Dann lass dich von mir durch die Übung führen:
🎧 In der Podcastfolge leite ich dich ruhig und gehalten durch diese Reflexion.
Ein zusätzlicher Impuls für diese emotionale Zeit
Wenn Gefühle intensiver werden, hilft oft nicht noch mehr Analyse – sondern Regulation.
Ein einfacher, wirkungsvoller Impuls, der vielen hilft:
Verankere dich bewusst im Außen.
Spür deine Füße auf dem Boden.
Lehn dich an einem Baum, an einer Wand an.
Halte etwas Festes (einen Stein z.B.) in der Hand.
Und sag dir innerlich diese Sätze:
„Ich bin hier. Ich bin sicher. Ich muss gerade nichts lösen.“
Das beruhigt dein Nervensystem, ohne dass du etwas „bearbeiten“ musst.
Wenn du beim Lesen merkst, dass du mit den Zeilen in Resonanz gehst, vielleicht ein Kloß im Hals entsteht oder ein leises „Ja, genau so fühlt es sich an“ … dann ist das kein Zufall.
Manche Themen wollen nicht nur gelesen, sondern gehalten werden.
Ich biete dir deshalb gerne ein kostenfreies, unverbindliches Gespräch an. Einen Raum ohne Bewertung, ohne Ziel, ohne Druck. Einfach da sein mit dem, was gerade ist.
👉 Wenn du magst, melde dich gerne bei mir.
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Fazit – Emotionen wollen wahrgenommen und benannt werden, egal zu welcher Jahreszeit.
Weihnachten und der Jahreswechsel muss nicht perfekt sein.
Es gibt Raum für vieles:
– Traurigkeit
– Sehnsucht
– leise Wut
Für DICH und deine Wahrheit
🎧 Wenn du dich begleitet fühlen möchtest, hör dir die Weihnachtsfolge an.
Ich wünsche dir besinnliche Festtage und einen genialen Start ins Neue Jahr, so wie es sich für dich stimmig anfühlt.
Und den Mut, immer bei dir zu bleiben.
Wenn du magst, erzähle mir gerne, was dieser Artikel in dir ausgelöst hat.
👉 Podcastfolge: Weihnachten und Emotionen
Teile die Folge gerne mit jemandem, dem diese Folge gut tun würde.
Ich freue mich, wenn dich unsere Worte ein wenig inspirieren konnten und spring gerne für tiefere Impulse zu allen Themen rund um Emotionen, Selbstvertrauen und die eigene Wahrheit, in meinen Podcast.
Du findest dort natürlich auch weitere Interviews zu Themen rund um „Emotion trifft“ kannst du in meinem Podcast anhören. Abonniere gerne meinen Kanal, wenn Du keine Folge mehr verpassen willst.
Hier geht es zu meinem Podcast
Lass mich gerne wissen, wie dir der Artikel gefallen hat!
Hab eine gute Zeit, bis wir uns wiederlesen.
Bleib emotional immer in Balance.
Deine Tina
